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Landesnatur

Den Landschaftscharakter bestimmen Küstenebenen im O u. S, das bewaldete Mittelgebirgssystem der Appalachen im O, weite, von großen Strömen durchzogene Ebenen in der Mitte u. Hochgebirge mit eingelagerten Plateaus u. Becken im W. Die atlant. Küstenebene reicht von New York, Florida einschließend, bis zur mexikan. Grenze. Sie liegt hinter einer flachen, buchtenreichen Ingressions- u. Nehrungsküste u. steigt landeinwärts terrassenartig an. Am Mississippi greift sie über 800 km flussaufwärts bis zur Mündung des Ohio aus; im O geht sie südl. von New York an der aFall Line (Stromschnellen) in das Piedmontplateau über, das bis 500 m ansteigende, wellige u. von zahlreichen Flüssen zerschnittene Vorland der Appalachen. Als lang gestrecktes, durch das Große Appalachental in mehrere parallele Ketten gegliedertes Mittelgebirge erreichen die aAppalachen im S (Mount Mitchell) 2037 m, im N (Adirondack Mountains) 1629 m Höhe; sie werden nur von der Hudson-Mohawk- u. der Champlainsenke nördl. von New York durchbrochen u. in eine eiszeitlich überformte Rumpfflächenlandschaft im NO u. ein von NO nach SW ziehendes, später gehobenes Mittelgebirge unterteilt. Der westlichste Gebirgszug des alten Faltengebirges sind die Allegheny Mountains (im Spruce Knob 1475 m). Nach W schließen sich die teilweise stark zerschnittenen Appalachenplateaus an u. gehen in die weiten inneren Ebenen über, eine durch breite Landterrassen gekennzeichnete Schichtstufenlandschaft, die jenseits des Mississippi als Great Plains von 400–500 m bis 1500 m ü.`M. zu den aRocky Mountains hin ansteigen. In Missouri u. Arkansas werden sie vom Mittelgebirge des Ozark Plateau u. der Ouachita Mountains unterbrochen. Fast das gesamte westl. Drittel der USA wird von dem bis 1700 km breiten, jungen Gebirgssystem der Kordilleren eingenommen, ein vor allem im W erdbebenreiches u. vulkanisch aktives Bruchfaltengebirge, das sich aus den Rocky Mountains im O, der Westkordillere mit Kaskadengebirge u. Sierra Nevada u. der Küstenkordillere im W zusammensetzt. Die Rocky Mountains (im Mount Elbert 4399 m hoch) sind durch die Beckenregionen von Yellowstone u. Wyoming in einen nördl., einen zentralen u. einen südl. Teil gegliedert. Nach W schließen sich Hochplateaus u. Becken an, im N das aus bis zu 1200 m mächtigen Lavadecken aufgebaute Columbia Plateau, südl. davon das Great Basin als Teil der den ganzen S einnehmenden, etwa nord-südlich streichenden Bergketten u. z.`T. abflusslosen Becken mit ihrer aBasin-and-Range-Struktur. Im Südteil liegt ein trockenheißer Wüstenbereich mit der Mojave Desert u. der Gila Desert u. mit dem bis 86 m u. M. liegenden Death Valley. Im SO liegen die unterschiedlich hoch gehobenen Blöcke des Colorado Plateau mit dem über 300 km langen, bis 1800 m tief eingeschnittenen Grand Canyon sowie die Hochländer von Arizona u. New Mexico. Die Hochbecken werden nach W vom Kaskadengebirge (Mount Rainier 4392 m), weiter südl. durch die nach O hin steil abfallende Pultscholle der Sierra Nevada (Mount Whitney 4418 m) begrenzt. Zwischen diese Ketten u. die Küstenkordillere am Pazif. Ozean (Diabolo Range 2692 m) sind das Kaliforn. Längstal u. im N das Willamette- u. Puget-Sound-Längstal eingeschaltet.

 

 Das im O gleichmäßig feuchte Klima wird längs der Linie New York–Kansas City (40° n.`Br.) in einen kühl- u. einen warmgemäßigten Bereich gegliedert. Nur Südflorida hat randtropisches Klima u. ist ganzjährig frostfrei. Der W ist trockener, z.`T. wüstenhaft (bis unter 250 mm jährl. Niederschlagsmengen), die Pazifikküste im N feuchtgemäßigt (bis über 3000 mm jährl. Niederschlagsmengen) u. im S von mittelmeerischem, subtrop. Winterregencharakter. Kaskadengebirge u. Sierra Nevada hindern die Regen bringenden Westwinde am weiteren Vordringen ins Innere Nordamerikas u. stellen die wohl deutlichste Klimascheide des Kontinents dar. Das Fehlen ost-westl. angeordneter Gebirge ermöglicht einen raschen nord-südl. Luftmassenaustausch u. damit sehr schnelle Temperaturwechsel wie z.B. Kaltlufteinbrüche, die oft mit katastrophalen Schneestürmen (Blizzards) verbunden sind u. als „Northers“ selbst an der subtrop. Golfküste zu Frösten u. Ernteschäden führen. Andererseits können Wirbelstürme (Hurrikane, Tornados), die durch das Aufeinandertreffen von extrem kalten u. warmen Luftmassen entstehen, aus der Karib. See weit ins Innere vordringen.

 

 Der Wald nimmt ein Drittel der Fläche ein u. war früher noch weiter verbreitet. In den nördl. Rocky Mountains wachsen dichte Nadelwälder, an den Großen Seen u. in den Appalachen Mischwälder mit überwiegendem Nadelholzbestand, im Vorland beiderseits der Appalachen Laubmisch- u. reine Laubwälder u. an der Golfküste subtrop. Nadelwälder. Im Bereich der pazif. Küstenkordillere gibt es ausgedehnte Redwoodbestände u. in der Sierra Nevada zahlreiche Mammutbäume (bis über 100 m hoch).

 

 Im Inneren herrschte westl. des Mississippi u. in Illinois das offene Grasland der Prärie mit Galeriewäldern an den Flüssen vor, das heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Die trockenen Hochbecken zeigen Dorn- u. Zwergstrauchsteppen, das südl. Pazifikgebiet Hartlaubgewächse wie im Mittelmeerraum. In den Salzsteppen u. Halbwüsten des SW finden sich vor allem Kakteen, Mesquite u.`a. trockenheitsbeständige Pflanzen.

 

 Die einst sehr zahl- u. artenreiche Tierwelt (u.`a. Bison, Bär, Puma, Elch, Wapitihirsch, Biber) ist durch Jagd u. vordringende Besiedlung bes. im 19. Jh. stark dezimiert worden. So betrugen z.`B. die Bisonbestände um 1800 rd. 40 Mill., um 1900 rd. 1000, heute rd. 30000 Tiere. Durch die Einrichtung von Nationalparks (seit 1872, heute 50) u. anderen nationalen Schutzgebieten konnte die Fläche der Landschaftsschutzgebiete auf über 32 Mill. ha ausgeweitet werden.