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Wirtschaft

Die USA stehen zwar nach der Einwohnerzahl erst an 3. Stelle unter den Ländern der Erde; nach ihrer Wirtschaftskraft aber übertreffen sie alle anderen Staaten bei weitem.

Die Landwirtschaft nutzt 45% der Landesfläche, u. zwar 19,7% als Ackerland u. 25,1% als Wiesen u. Weiden (30,1% sind bewaldet, 25,1% bebaut u. unproduktiv). Sie kann den Inlandbedarf decken u. darüber hinaus 15% ihrer Produkte exportieren. Typisch ist der ständige Rückgang der Zahl der Farmen u. der landwirtschaftl. Arbeitskräfte (1993: 3% der Erwerbstätigen) bei einer Zunahme der Wirtschaftsfläche, eine Entwicklung, die durch fortschreitende Mechanisierung möglich wird (u.`a. Melkmaschinen, Mähdrescher, Mais-, Baumwoll- u. Zuckerrohrerntemaschinen). Über die Hälfte des Ackerlands dient dem Getreidebau, vor allem von Mais, der überwiegend als Viehfutter verwendet wird, u. Weizen, der auch eine wichtige Exportrolle spielt, daneben von Hirse, Hafer u. Gerste, weniger von Reis u. Roggen. Die USA liefern rd. ein Sechstel der Welternte an Baumwolle, davon stammt ein Drittel aus Texas, ein weiteres Drittel aus Arizona u. California, sowie ein Zehntel der Welternte an Tabak, der zu 39% aus North Carolina u. zu weiteren 25% aus Kentucky, daneben aus Virginia, South Carolina, Tennessee u. Georgia kommt. Wichtig ist auch der Anbau von Apfelsinen, Pampelmusen u. Zitronen, Sojabohnen, Erdnüssen, Kartoffeln, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Gemüse, Obst u. Wein, bes. in California u. Florida. Der Produktionswert der Viehzucht (101 Mill. Rinder, davon 10 Mill. Milchkühe, 59,8 Mill. Schweine, 10,2 Mill. Schafe, rd. 1,5 Mrd. Geflügel) übersteigt den des Ackerbaus. Der Bestand an Pferden u. Maultieren ging im Zusammenhang mit der Mechanisierung von 19,1 Mill. (1930) auf 5,5 Mill. (1992) zurück. Die Milchwirtschaft konzentriert sich im „Dairy Belt“, der von Neuengland bis nach Wisconsin reicht, die Haltung von Fleischvieh auf die zentralen u. östl. Staaten, die von Schafen auf die Rocky Mountains u. Texas. Schweine werden vor allem in den Maisanbaugebieten des Mittelwestens gehalten, u. Geflügelhaltung wird vor allem im Umland der Städte, in California, Neuengland u. der südl. atlant. Küstenebene betrieben. Omaha u. Chicago sind die größten Schlachtviehmärkte. Im Fischfang nehmen die USA mit einem Jahresfang von 6 Mill. t (1993) die 5. Stelle auf der Erde ein. Fast ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt, der überwiegend forstwirtschaftlich genutzt wird, vor allem in den Staaten Washington u. Oregon.

Im Bergbau führt wertmäßig das Erdöl (Förderung 1994: 393 Mill. t; vor allem aus Texas, California, dem Golf von Mexiko, den Appalachen und Louisiana sowie aus Alaska) vor der Kohle (in den Appalachen zwischen Pennsylvania u. Alabama, zwischen Mississippi u. unterem Ohio, zwischen Texas u. Iowa u. in den Rocky Mountains), dem Eisen- (am Oberen See u. in Alabama) u. Kupfererz (zu über 80% aus Utah) u. allen anderen Produkten. Trotz der reichen Vorkommen werden Erdöl, Eisen- u. Kupfererze eingeführt. In großem, wenn auch nicht immer ausreichendem Umfang werden ferner abgebaut: Gold, Silber, Blei, Zink, Molybdän, Uran, Schwefel, Phosphat u. Kalisalze. Starker oder gar völliger Mangel besteht dagegen bei Zinn, Mangan, Bauxit, Kobalt, Chrom, Platin, Nickel, weitgehend auch bei Antimon, Asbest, Glimmer, Quecksilber u. Diamanten.

Die hoch industrialisierten USA haben den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Energie in der Welt. Die wichtigen Energiequellen sind das Erdgas u. das Erdöl. Etwa ein Fünftel der erzeugten Energie entstammt den Kohlekraftwerken, ein weiteres Fünftel den in zahlreichen Wasserkraftwerken (u.`a. am Grand Coulee u. am Hoover Dam) genutzten Wasserkräften. Der Anteil der Atomenergie an der Elektrizitätserzeugung liegt bei 22% (1992).

Hauptgebiete der Industrie sind der Streifen zwischen Boston–Baltimore im O u. Chicago– Saint Louis im W, weiter der Osthang der Appalachen, die Küstengebiete von Texas u. Louisiana sowie California. Pittsburgh ist die bedeutendste Stahlstadt der Erde. Die wichtigsten Industriezweige sind: Fahrzeug-, Nahrungsmittel-, chem., Maschinen-, Eisen-, Stahl-, Metall-, Textil- u. Elektroindustrie. Ein überdurchschnittl. Wachstum haben die Flugzeug-, Raketen-, elektron. u. chem. Industrie aufzuweisen. Die bedeutendsten Anteile am Export haben chem. Erzeugnisse, Maschinen u. Fahrzeuge, Metalle u. Metallwaren, Nahrungs- u. Genussmittel, vor allem Getreide, Tabak u. Früchte, Textilrohstoffe u. Textilien, vor allem Baumwolle u. Baumwollwaren, Fleisch, elektron. Erzeugnisse, Erdöl u. Kohle. Haupthandelspartner sind: Kanada, Japan, Mexiko, Deutschland, Großbritannien u. die Beneluxländer.

Ein in den letzten Jahren immer bedeutender gewordener Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Die zahlreichen Naturschönheiten (vor allem in den Nationalparks) u. anderen Sehenswürdigkeiten des riesigen, aber weithin gut erschlossenen Landes werden zwar überwiegend von den Amerikanern selbst aufgesucht, doch bes. seit den 1970er Jahren zunehmend auch von ausländ. Touristen (1970: 13,2 Mill., 1981: 23,1 Mill., 1992: 44,6 Mill.). Vorwiegend handelt es sich dabei um Kanadier (1970: 75%, 1992: 41,7%), daneben aber auch um Briten (1970: 2,1%, 1992: 6,3%), Japaner (1970: 1,6%, 1992: 8,2%) u. Deutsche (1970: 1,3%, 1992: 3,8%).